Hauskauf: Worauf es wirklich ankommt
Ein Haus zu kaufen ist für die meisten die größte Entscheidung ihres Lebens – und die teuerste. Damit aus dem Traum kein teurer Fehler wird, kommt es auf ein paar Dinge an, die vorher oft untergehen. Hier ist die ehrliche Reihenfolge.
1. Zuerst die Zahlen, dann die Besichtigung
Bevor du das erste Objekt anschaust, solltest du wissen, was du dir leisten kannst. Faustregel: Deine monatliche Rate sollte dauerhaft tragbar sein, auch wenn mal etwas dazwischenkommt. Kläre vorher dein Eigenkapital und lass dir eine realistische Finanzierungsgröße ausrechnen. Wer mit einer Finanzierungszusage in die Besichtigung geht, verhandelt besser und verliert nicht das Wunschobjekt an einen schnelleren Käufer.
2. Die Nebenkosten nicht vergessen
Der Kaufpreis ist nicht alles. Obendrauf kommen die Kaufnebenkosten, und die zahlst du in der Regel aus dem Eigenkapital:
- Grunderwerbsteuer: in Niedersachsen 5 % des Kaufpreises
- Notar und Grundbuch: zusammen rund 1,5 bis 2,5 %
- Maklerprovision (falls Makler): dein Anteil als Käufer maximal 3,57 % inkl. MwSt.
3. Der Zustand entscheidet mehr als die Optik
Eine frisch gestrichene Wand sagt nichts über Dach, Heizung, Leitungen oder Feuchtigkeit. Nimm zu einer ernsthaften Besichtigung jemanden mit, der die Bausubstanz einschätzen kann. Wichtig sind außerdem:
- der Energieausweis (Heizkosten und mögliche Sanierungspflichten)
- ein Blick ins Grundbuch (Lasten, Wegerechte, Hypotheken)
- Baujahr und letzte Sanierung von Dach, Fenstern, Heizung und Elektrik
Mit oder ohne Makler?
Seit Dezember 2020 gilt beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern das Teilungsprinzip: Der Makler darf dir als Käufer höchstens die Hälfte der Provision berechnen. Trotzdem bleibt die Frage, ob sich ein Makler lohnt.
Mit Makler: Du bekommst Zugang zu Objekten, gebündelte Unterlagen und jemanden, der Besichtigung und Verhandlung organisiert. Das kostet dich in Niedersachsen bis zu 3,57 % des Kaufpreises.
Ohne Makler: Du sparst diese Provision, musst aber selbst suchen, Unterlagen prüfen und verhandeln. Das lohnt sich, wenn du Zeit hast und dich einarbeitest – birgt aber mehr Risiko, etwas zu übersehen.
Ehrlich gesagt: Ein Makler vertritt meist den Verkäufer. Für die Bewertung, ob Preis und Finanzierung für dich passen, ist er nicht der richtige Ansprechpartner.
Wie viel Haus kannst du dir leisten?
Beim Kauf selbst brauchst du keinen Finanzberater. Bei der Frage davor – wie viel Haus kann ich mir leisten und wie finanziere ich das sinnvoll – schon. Genau da schaue ich mit dir drauf.
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