Privathaftpflicht: Wann sie zahlt und wann nicht
Sie kostet oft nur ein paar Euro im Monat und gilt trotzdem als wichtigste Versicherung überhaupt. Der Grund: Ohne sie haftest du für Schäden, die du anderen zufügst, unbegrenzt, mit deinem ganzen Vermögen.
Warum sie so wichtig ist
Wer einem anderen einen Schaden zufügt, muss dafür geradestehen, das steht so im Gesetz. Und zwar nicht nur mit dem, was du heute hast, sondern auch mit deinem künftigen Einkommen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann da reichen: Du übersiehst beim Radfahren einen Fußgänger, er stürzt unglücklich und ist dauerhaft eingeschränkt. Solche Personenschäden gehen schnell in die Hunderttausende, samt lebenslanger Rente.
Die Privathaftpflicht springt genau hier ein, sie prüft die Ansprüche, zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab.
Wann sie zahlt
- Du beschädigst aus Versehen fremdes Eigentum, das Handy eines Freundes, eine fremde Wohnungseinrichtung.
- Du verletzt jemanden unabsichtlich, etwa beim Sport oder im Straßenverkehr als Radfahrer oder Fußgänger.
- Ein Leitungswasserschaden in deiner Mietwohnung zieht die Wohnung darunter in Mitleidenschaft.
- Dein Kind beschädigt etwas (je nach Tarif auch bei sehr kleinen Kindern über die „Gefälligkeits-" oder „deliktunfähige Kinder"-Klausel).
Wann sie nicht zahlt
- Vorsatz: Was du absichtlich kaputt machst, zahlt keine Versicherung.
- Eigene Schäden: Dein eigenes Eigentum ist nicht über die Haftpflicht abgedeckt.
- Auto: Schäden mit dem Fahrzeug laufen über die Kfz-Haftpflicht, nicht die private.
- Beruf: Schäden in deiner beruflichen Tätigkeit braucht eine eigene Berufs- oder Betriebshaftpflicht.
Worauf du beim Tarif achten solltest
- Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro, kostet kaum mehr, schützt aber im Ernstfall.
- Forderungsausfalldeckung: zahlt, wenn dich jemand schädigt, der selbst keine Versicherung hat.
- Gefälligkeitsschäden und Schlüsselverlust sollten eingeschlossen sein.
Und: Als Familie oder Paar reicht meist ein gemeinsamer Tarif, getrennte Verträge sind oft unnötig.
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